Max Lüthis Märchentheorie
Shownotes
Ein Podcast der Europäischen und der Schweizerischen Märchengesellschaft.
Autorin:
Conchi Vega (SMG) Kontakt: dieErzaehlerin@bluewin.ch // www.die-erzaehlerin.ch
Gast:
Barbara Löpfe Kontakt: b.loepfe@bluewin.ch
Märchenquelle
"Die Märchen der Weltliteratur". 1964 Paul Zaunert, Elfriede Moser-Rath: Deutsche Märchen seit Grimm Diederichs, Düsseldorf / Köln 1964 Nr. 7: Von dem Breikessel
Literaturquelle
Bücher von Max Lüthi:
Das europäische Volksmärchen A. Franke UTB
Das Volksmärchen als Dichtung Ästhetik u. Anthropologie Vandenkoeck & Ruprecht
Märchen Sammlung Metzler
Ton, Schnitt, Produktion
Alex Lozano alexlozano74@hotmail.com
Jingle
Dr. Lothar Köster info@mediendynamik.de
Europäische Märchengesellschaft e.V. https://www.maerchen-emg.de/
Schweizerische Märchengesellschaft: https://www.maerchengesellschaft.ch/
Wir bitten für dieses ehrenamtlich betriebene Projekt um Spenden: Betreff: Podcast
Europäische Märchengesellschaft e.V. Volksbank Münsterland Nord e.G. IBAN: DE28 4036 1906 4391 7281 00
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00:00:11: Vererbt,
00:00:12: vergöttert, vergessen.
00:00:14: Ein materielles Kulturgut-Märchenerzählen – gestern,
00:00:19: heute
00:00:19: und morgen!
00:00:21: Ein Podcast der europäischen und der schweizerischen Märchengesellschaft.
00:00:26: Herzlich willkommen zu den Postkastfolgen im August!
00:00:32: Ich bin Gondzi Vega, Erzählerin, Kursleiterin und zur Zitpräsidentin der Schweizerischen Märchengesellschaft.
00:00:40: Seit zwanzig Jahren erzähle ich leidenschaftlich Märchen.
00:00:45: Meine Liebsten sind die Zaubermärchen!
00:00:49: Heute sitze ich in Wettingen – das ist in der Schweiz.
00:00:54: ein großer Gruß an alle Schweizerinnen aber auch über die Grenzen Die Deutschen und die österreichischen Zuhörerinnen.
00:01:06: Denn ich bin zu Gast bei Barbara Löpfe in ihrem Wohnzimmer, Sally Barbara!
00:01:13: Hallo Gornji!
00:01:14: Guten Tag liebe Zuhörerinnen und Zuhöhre!
00:01:18: Grüezi miteinander!
00:01:21: Liebe Barbara...
00:01:23: Ich
00:01:23: ... Besuche dich, weil ich mehr über den Märchenforscher Max Lütti erfahren möchte.
00:01:30: Denn das ist das heutige Thema.
00:01:33: Wer war dieser Mann?
00:01:35: Und ist dessen Theorie heute noch gültig?
00:01:40: Sie hatte früher in der Märchen-Forschung eine große Bedeutung.
00:01:45: Vieles, vieles aus seinen Büchern wurden dann weiter gedacht und weiter verarbeitet ... Aber erst mal, bevor wir zu Max Lüttigehen.
00:01:56: Wie bist du eigentlich zum Märchen gekommen, Barbara?
00:02:00: Ja ...
00:02:02: Wahrscheinlich wie viele in meiner Generation.
00:02:06: Ich habe leidenschaftlich gerne Radio gehört, Kinderstund.
00:02:12: Ich hab in der Schule Märchen gehört aber zu Hause weniger.
00:02:18: Weil ich die Jüngste war und da war der pädagogische Eifer der Eltern nicht mehr so groß.
00:02:25: Eigentlich bin ich mir mit Sagen aufgewachsen, Ich bin aus der Inner Schweiz Und da leben die Sagen noch sehr.
00:02:34: Wenn man ein Gewitt erlebt in der Inner-Schweiz Dann fliegt wieder das Wütende hier über die Köpfe hinweg.
00:02:45: So richtig zu den Märchen gekommen bin ich, das ist vielleicht ein bisschen seltsam mit etwa sechzehn.
00:02:55: Ich habe mir schwer getan in diesem Alter wie viele.
00:03:00: und bei einer Nachbarin hab' ich dann mal einen Buch gesehen Das hieß die Bildsprache der Märchen Und das hat mich einfach angezogen und ich durfte es ausleihen um dass sich dieses Buch gelesen hatte.
00:03:17: Ich dachte, das ist ja wahnsinnig interessant.
00:03:21: Und ich hab schon Märchen gekannt und sogar ganz unbeschwert begonnen, Märchen zu erzählen, sogar in Skilagern ... Und ich durfte sogar einmal offiziell Kindermärchen erzählen an einer Ausstellung.
00:03:39: Ja!
00:03:40: So ging's.
00:03:41: Dann ging es um die Studienwahl.
00:03:45: Das ist eine Geschichte.
00:03:47: Soll ich Sie erzählen?
00:03:48: Ja, bitte.
00:03:49: Erzähl sie!
00:03:51: Das war so ... Ich war zwar erst nach dem Abitur in Rom im Auslandssemester, das heißt, nein, ich habe gearbeitet und als ich zurückkam, sagten mir alle Kolleginnen, ja nicht nach Zürich studieren.
00:04:08: Das ist ja wahnsinnig.
00:04:10: Und dann fand ich in Bern tatsächlich eine Unterkunft ging mich einschreiben und auf dieser Kanzlei hat diese Kriterin mich einfach nicht bedient.
00:04:26: Ich kam einfach nicht zur Einschreibung, und aus Langweile habe ich den Vorlesungsführer durchgeblättert – die hatte immer noch telefoniert!
00:04:39: Und dann gab es noch einen Katalog von Zürich Blätterte ich und sah Märchen, Vorlesung, Max Lütti ... Volksliteratur.
00:04:54: Ja!
00:04:55: Was?
00:04:56: Das gibt es.
00:04:58: Ich war völlig perplexe.
00:05:00: Und dann kam ich an die Reihe.
00:05:03: Und ich fragte die Sekretärin, kann man das in Bern ausstudieren?
00:05:09: Und hat die Vorlesungen gezeigt.
00:05:12: Dann sagte sie, nee.
00:05:15: So etwas hätten sie nicht.
00:05:18: Ein bisschen despektierlich!
00:05:21: Ich habe Kir umgemacht und am anderen Tag habe ich mich in Zürich eingeschrieben, am Montagmorgen zehn Uhr war Vorlesung bei Max Lütti.
00:05:32: So bist du zu Max Lütti gekommen.
00:05:35: Das ist ja ein menschenhafter Weg eigentlich!
00:05:38: Ein bisschen eine böse Helferin am Weg.
00:05:42: Ja, einfach eine Helferinn, die dich nicht bedienen wollte und darum bist du Gott sei Dank hat sie dich nicht verdient zum Max Lütti gekommen.
00:05:51: Du hast das studiert soweit ich weiß Germanistik und du bist ein Literaturfreak hast Du mir erzählt, nachher hast Du noch eine Ausbildung gemacht zur Poesie-Therapeutin.
00:06:06: Du hast Schreibkurse geleitet Und ich hatte das biografische Erzählen.
00:06:11: Das hat dich lange beschäftigt und du hast vor allem Freude, hast du mir im Vorgespräch gesagt an der Kunst des Erzählens, an der sprachlichen Gestaltung?
00:06:25: Und vor allem am kunstvollen Erzählen, am alltäglichen Erzäheln!
00:06:32: Und das ist ja scheinbar so ein bisschen ein roter Faden weil Märchen... sind zwar in den Büchern geschrieben, aber eigentlich wurden sie erzählt.
00:06:44: Werden immer noch erzählt?
00:06:46: Ich hoffe Sie werden immer wieder erzählt.
00:06:49: Also das Erzählen ist so deins oder?
00:06:53: Ja, ganz allgemein wirklich rund um in allen Fassetten.
00:07:00: Ich vermute fast der Zellen macht glücklich!
00:07:05: Ja, und wir erzählen ja darum in jeder Folge ein Märchen.
00:07:09: Aber bevor du das Märchen erzählst, kannst du uns noch verraten in wenigen Sätzen?
00:07:16: Wie war eigentlich Max Lütti als Mensch?
00:07:22: Für mich war er sehr wichtig.
00:07:25: Er hatte etwas sehr Menschliches in diesem Zürich, das von so vielen Studenten besucht wurde.
00:07:32: Er hat es geschafft ... in seinem Seminar eine Gemeinschaft zu bilden.
00:07:42: Das war natürlich auch überschaubar.
00:07:44: Man muss wissen, Volksditeratur war kein Hauptfach.
00:07:50: Es war eingegliedert bei der Volkskunde und da gab es nicht so viele Studentinnen.
00:07:57: Das allein hat mir schon geholfen.
00:08:00: Aber er hatte ... So viel geschick im Umgang mit Studenten und er war ein sehr guter Detaktiker.
00:08:09: Er hat uns ins Märchen hineingeleitet, er hatte nicht nur seine Theorie sondern auch er hat uns alles gezeigt was ums Märchen so gesagt und geforscht wurde.
00:08:26: Darum zögere ich ein bisschen ... er war nicht ein Mensch den man sich sehr schnell.
00:08:32: Er hatte etwas Distanziertes gehabt.
00:08:37: Ich bin nie nahe an ihn herangekommen, aber das hat mich auch nicht gestört oder erwartet.
00:08:46: Er hatte sogar etwas Stränges und ich glaube, es lag ein bisschen daran, dass er in diesem Universitätsbetrieb schauen musste, damit er nicht belächelt wurde.
00:09:00: Weil er sich mit der Mäschel gefasst
00:09:02: hat?
00:09:03: Ich glaube schon, er wollte nicht den Märchen Onkel spielen.
00:09:09: Sondern
00:09:10: er war ein Wissenschaftler
00:09:13: und hat das sehr gelebt.
00:09:16: Darum habe ich ihn auch manchmal als streng erlebt.
00:09:19: Er hatte nicht gerne einen Palaver.
00:09:25: Aber es erscheint mir, dass er ein guter Lehrer war?
00:09:29: Ein guter Mensch, ein gutter ... Leerowach, das kommt mir jetzt so rüber.
00:09:35: Ja sehr!
00:09:36: Er hat sogar einmal als er siebzig geworden ... Er war ja schon älter, hatte sich in keinen Ländern.
00:09:44: Hat er alle eingeladen?
00:09:47: Das habe ich sonst nie mehr erlebt an diesem Universitätsbetrieb.
00:09:52: Er hat alle eingelandet und es war ein sehr fröhliches, sehr schönes Fest.
00:09:57: Danke vielmals.
00:09:58: Das gibt uns jetzt so ein Bild über den Menschen, über die Theorie des Menschen, das wir heute besprechen möchten.
00:10:07: Aber jetzt möchte ich natürlich das Märchen hören.
00:10:11: Magst du es uns vorlesen bitte?
00:10:14: Ja, es handelt von einem Breikessel und heißt Von dem Breikessel.
00:10:26: Sieben Meilen hinter Eulen Pfingsten lebten vor alter Zeit eine Frau und ein Mann, asen und tranken und waren alle zeitgute Dinge.
00:10:41: Der Mann aber war ein Müller.
00:10:43: nun rate was die Frau war Und sie hatten eine einzige Tochter wenn die im Sommer am Bache saß und ihre Füßchen spielte kam die Fische herbei und sprang vor Freuden aus dem Wasser.
00:10:59: so schön war sie.
00:11:02: Einst wurde eine teure Zeit und es kam nur wenig Korn zur Mühle.
00:11:10: Deshalb hatten sie nichts mehr zu essen, da ging die Frau eines Tages hin, schüttelte alle Kisten und Kasten und klopfte alle Säcke aus, tat das letzte Salz daran, kochte einen Rockenbrei und sagte, dies wird die letzte Malzeit
00:11:30: sein.".
00:11:32: Wir können uns dann hinlegen und sterben.
00:11:37: Als der Brei bald fertig war, kam der Mann in die Küche, nahm den hölzenden Löffel und wollte einmal schmecken.
00:11:46: Die Frau verwirrte es ihm.
00:11:48: Und als er Gewalt brauchen wollte, nahmen sie den Kästl auf den Kopf und lief davon, dass ihr die Haare um den Nacken flogen.
00:11:57: Der Mann mit dem Löffeln in der Hand setzte hinter ihr her ... Und als die Tochter das sah, nahm sie ihre Schuhe in die Hand und lief hinter dem Vater her.
00:12:09: Sie kamen in einen Wald, da verlor das Mädchen den einen Schuh und während es den suchte, ihn finden zu können, verschwanden Vater und Mutter hinter den Bäumen.
00:12:25: Da setzte er sich hinter einem Busch und konnte nicht mehr.
00:12:30: so müde war
00:12:31: es.".
00:12:33: Das Mädchen weinte und wimmete.
00:12:36: Und da sie daran dachte, dass sie ihren einen Schuh verloren hatte, weinte sie noch viel mehr.
00:12:44: Den Schuh aber hat er der Zaunkönig gefunden – und die Frau Zaun-Königin wiegte ihre Jungen darin.
00:12:55: Als sie nun so da saß und klagte, das sie seinen Stein hätte erbarmen sollen ... Stand auf einmal eine steil alte Frau vor ihr und sagte, was fehlt dir mein Kind?
00:13:10: Das Mädchen antwortete.
00:13:12: Ja ... Die Mutter nahm das letzte Mehl und kochte einen Brei davon.
00:13:18: Da wollte der Vater schmecken!
00:13:21: Die Mutter wollte es nicht haben.
00:13:24: Nun ist sie davon gelaufen mit einem Kessel auf dem Kopf Und der Vater läuft hinter ihr her Mit einem Löffel in der Hand.
00:13:32: Als ich ihnen nachlief, verlor ich den einen Schuh.
00:13:37: Und wenn dich den suchte, verschwanden Vater und Mutter hintenden Bäume.
00:13:43: Was soll ich nun anfangen?
00:13:46: Hätte ich nur den Schuh wieder!
00:13:51: Hier hast du einen anderen, sagte die Frau.
00:13:55: Griff in die Tasche, holt deinen Funkelnagel neun heraus und setzt ihn zu.
00:14:01: Sei
00:14:02: ruhig!".
00:14:03: Und tu, was ich dir sage.
00:14:05: So wird alles
00:14:06: gut.".
00:14:08: Geht noch ein wenig tiefer in den Wald?
00:14:12: Da kommst du an ein grosses Haus!
00:14:15: Das ist dein Königsschloss.
00:14:18: Da geh hinein.
00:14:20: Wenn sie dir dann viele Kleider vorlegen, sei deine Baumwolle und Leine ... Und die sagen, du sollst ihr eins davon werden.
00:14:32: dir das schönste, seitene aus.
00:14:36: Und wenn sie dich fragen warum du dir das wälst so antworte ich bin in Seide
00:14:43: erzogen.".
00:14:46: Das Mädchen bedankte sich und ging und kam bald an das schöne Schloss.
00:14:53: und als sie hinein kamen und hier die vielen Kleider vorgelegt wurden seidene Baumwolle Suchte sie sich das schönste Seiden aus.
00:15:07: Da fragte sie der König, warum wirst du dir denn gleich ein Seidener?
00:15:14: Sie antwortete, ich bin in Seide
00:15:17: erzogen.".
00:15:20: Eigentlich war es aber in Linien erzogen.
00:15:25: Nun hatte der Könige einen Prinzen.
00:15:28: Der war zwölf Jahre alt und sollte heiraten ... und als die Königstochter in dem seidenen Kleide herein kam, lief es ihm heiss durchs Herz.
00:15:40: Und er sagte, lieber Vater, wenn ich doch nun einmal mit Gewalt heiraten soll, so gebe mir die eine andere nehme ich nun nimmer
00:15:51: mehr.".
00:15:53: Das waren alle froh!
00:15:56: Und die Hochzeit wurde angesetzt.
00:16:02: Eines Tages ... Stand die Braut oben im Saale am Fenster und besah sich die Gegend, als sie eben noch hinunter sah sie.
00:16:14: Da lief da ihre Mutter vorbei mit dem Kessel auf den Kopf, dass ihr die Haare um den Nacken flogen Und hinterher hier lief der Vater mit dem großen halsenden Löffel in der Hand.
00:16:29: Da konnte es jetzt nicht lassen.
00:16:31: Sie musste laut auflachen.
00:16:35: Das hörte der Prinz im Nebenzimmer und kam herein und sagte, Schätzchen was lachst du so?
00:16:44: Sie wollte die Geschichte von ihren Eltern nicht gern erzählen.
00:16:49: Und antwortete ich lache darüber dass wir in diesem kleinen Schlosser Hochzeit halten sollen denn wo wollen wir hier die vielen Gäste unterbringen?
00:17:04: Da versetzte der prins Hast du denn ein größeres?
00:17:09: Sie antwortete ... Ja, viel grösser.
00:17:14: Sie hatte aber gar keinen Schloss.
00:17:17: Ah, sagte der Prinz!
00:17:20: So lass uns die Hochzeit noch acht Tage aufschieben.
00:17:23: Wir bestellen dann alle auf dein Schloss, fahren gleichfalls dahin und fallen dort die
00:17:29: Hochzeiten.".
00:17:31: Damit ging er weg um es dem Vater zu sagen.
00:17:37: Sie aber stieg in den Hof hinab.
00:17:40: Und war traurig.
00:17:42: Denn wo sollte das große Schloss herkommen?
00:17:47: Und als sie so da saß und weinte, wore auf einmal die alte Frau vor ihr und sagte Was fehlt dir?
00:17:57: Sie antwortete Ich stand gerade oben im Saal am Fenst und besah mich dagegen und ziehe.
00:18:05: Da liefen meine Eltern unten vorbei und da musste ich laut auflachen.
00:18:12: Das hörte mein Freutigam im Nebenzimmer und also kam und sich erkundigte, warum ich gelacht habe.
00:18:18: Wann die Ich fuhr?
00:18:20: Es sei wegen dieses kleinen Schlosses geschehen.
00:18:25: Ich hätte ein viel grösseres.
00:18:30: Nun soll da die Hochzeit gefeiert werden Und ich habe doch gar keinen Schloss!
00:18:38: Das hast du doch!
00:18:40: Erwiderte die Alte.
00:18:42: Sei nur ruhig und fahr getrost mithin.
00:18:47: Und wenn ihr ein bisschen gefahren seid, springt eine weiße Putel aus dem Gebüsch, den du allein sehen kannst.
00:18:56: Wo der hinläuft, lass ihn fahren!
00:19:01: Damit verschwand die alte Frau und das Mädchen ging wieder in den Saal.
00:19:09: Als die acht Tage um waren und die Gäste zur Hochzeit kamen Fuhren sie über die Brücke in den Wald und bald sprang ein weißer Pudel aus dem Gebüsch, den das Mädchen allein sehen konnte.
00:19:25: Und wohin der lief, ließ sie ihren Wagen fahren – und die anderen Wagen kamen alle hinten rein!
00:19:34: Als sie ja nicht seitlang unterwegs waren und den Gästen die Zeit lange zu dauern anfing, fragten sie, sind wir noch nicht bald da?
00:19:44: Sie antwortete so gleich Und in dem selben Augenblick stand der Pudel still und verschwand im Gebüsch.
00:19:54: Und wo er verschwunden war, stand plötzlich ein grosses Schloss mit hohen Türmen und hellen Fenstern – und lustig drängte sich der Rauch aus dem Schornstein!
00:20:08: Das ist mein Schloss, sagte die Braut, und alle stiegen aus und gingen hinein und zieh.
00:20:18: Die Tische waren gedeckt, die Betten gemacht.
00:20:22: Die Bedienten liefen ein und aus.
00:20:27: Da hielten sie ein halbes Jahr Hochzeit Und am letzten Tage als sie schon eingepackt hatten um wieder nach dem alten Schloss zu fahren und eben zum letzten Mal bei Tisch saßen da plötzlich rannte etwas gegen die Tür das sie krachend aufsprang Frau Königin, Frau Königan rief eine Frau die mit einem Kessel auf dem Kopf hineinstürzte.
00:20:58: Frau Königen schützt mich!
00:21:01: Mein Mann will mich schlagen!
00:21:04: Und der Mann kam reingestürmt mit dem Hölzer und Löffel und war ganz wütend und wollte die Frau schlagen.
00:21:11: Als er aber die hohen Gäste saß, ließ er es
00:21:14: bleiben.".
00:21:17: Das sind meine lieben Eltern", sagte die junge Königinn.
00:21:25: und der junge König freut es ich, unter Alte auch.
00:21:30: Denn sie hatten die schöne Frau über die Maße lieb!
00:21:34: Und als diese ihre ganze Geschichte erzählt hatte mussten die bedienten großen Hölten einen Löffel nehmen und jedem der Gäste einen Löfel voll von dem Brei, dem alle ihr Glück verdanken auf den Teller geben – und alle Aßen
00:21:54: davon.".
00:21:55: Und lobten ihn.
00:21:58: Der Müller und die Müllerin aber bekamen so viel Wein und Braten, wie sie nur essen konnten – und das war sehr viel!
00:22:09: Denn sie hatten sich ungemein hungrig gelaufen.
00:22:39: Danke liebe Barbara für dieses wundervolle Märchen.
00:22:46: Ich habe es nicht gekannt und ich bin noch voll in den Märchenbildern Und mir ist etwas bei diesem Mädchen passiert, dass ich nicht so kenne
00:22:58: wie ...
00:23:01: Wie ich durch die Gefühle schon fast hin- und hergezogen wurde.
00:23:08: Also da war es schwer dramatisch!
00:23:10: Dann wurde es plötzlich lustig und dann wurde es traurig und wieder witzig.
00:23:16: Und dann wurde es ernsthaft, also diese Gefühlswelten.
00:23:20: Dass sie so in einem Märchen drin ... Das kannte ich überhaupt nicht.
00:23:26: und aber was mich jetzt gerade so in den Sinn kommt ist weil wir's vorhin vom Erzählen hatten und du ja sagst erzählen das is so der Roter Faden.
00:23:37: Es wird hier immer erzählt dass erzählt wurde des Märchens.
00:23:41: Mädchen hat diese alten Frau erzählt, was hier passiert ist.
00:23:48: Und sie erzählt es immer wieder jetzt, ist das los?
00:23:51: Aber sie erzählt auch ein anderes Leben, das gar nicht ihres ist!
00:23:56: Also sie erzählt Vergangenheit und erzählt quasi Zukunft.
00:24:00: Das ist das, was bei mir jetzt noch
00:24:02: bleibt.
00:24:07: Ja ... Es ist ein spezielles Märchen.
00:24:10: Mich hat auch ... Das hin und her fasziniert.
00:24:15: Es hat etwas Ungeheuer, leichtes und etwas ganz Schweres.
00:24:21: Beides ist Gewalt drin, es ist Hunger drin, Not ... Und das kommt so leichtfüßig daher?
00:24:29: Aber jetzt mal!
00:24:31: Wo finden die Zuhörerinnen dieses Märchen?
00:24:36: Wir werden sie in den Show Notes natürlich einfügen.
00:24:40: Man findet es in der Sammlung von Karl und Theodor Colzhorn, Märchen und Sagen heisst das da Ausgabe Hannover-Achzehn-Firundfünfzig Und das heißt wie du schon gesagt hast Von dem Breikessel Es hat keinen reinen ATU-Typ, weil das heißt dann so und es ist ein kontaminiertes Märchen.
00:25:05: Das heisst, es sind viele ATU Typen, die kombiniert wurden.
00:25:10: Aber man könnte sagen, der HauptATU Typ wäre der Fünfhundertzehn A. Den können wir eigentlich alle.
00:25:18: Das ist Aschenputtel Cinderella.
00:25:22: Die Märchen, das hat Max Lüte oft gesagt ... sind wie ein Glasperlenspiel.
00:25:30: Sie bestehen aus einzelnen Perlen, oder man kann auch sagen Bauteile.
00:25:37: Während Lego spielt wird es eher so, aber um.
00:25:42: diese Perlen können kombiniert werden und so kommt es, dass viele Märchen mehr als wir meinen nicht ein reiner ATU-Typ sind sondern ... kontaminiert, also zusammengeknetet und zusammengeschmolzen.
00:26:01: Und genauso ein eigenwilliges Märchen haben wir
00:26:05: hier.".
00:26:06: Jetzt hast du schon vom Lütti erzählt mit dem Glasbärlenspiel.
00:26:10: ein sehr schönes Bild.
00:26:13: Was war denn sein Forschungsschwerpunkt?
00:26:17: Er hat die Märchen als Dichtung genommen, aus Dichtungen, die eine Zeit lang durchs Volk gegangen ... und sich auch verändert hat oder ja, weiterentwickelt.
00:26:34: Ihnen hat also nicht interessiert, woher die Märchen kommen genau?
00:26:39: Oder es hat ihn interessiert aber er hat nicht darin geforscht sondern er hat geschaut Ja was ist eigentlich ein Märchen?
00:26:48: Was ist das Wesen des Märchens?
00:26:49: Wie ist das gemacht?
00:26:51: Wie setzt es sich zusammen?
00:26:53: Was sind die
00:26:54: Regeln?".
00:26:55: Und er hat ... Es gibt so lustige Formulierungen und sagt, das Wesen des Märchens bekommt schon fast Leben.
00:27:04: Der Formwille des Märchen ist so und so wie wenn das Märchen einen Willen hätte.
00:27:12: Das sind Formulierung, die fand ich immer auch ein bisschen speziell und lustig.
00:27:19: Und dann war es ein Forschungsziel, das aufzuschreiben.
00:27:26: Er hat einen Buch geschrieben,
00:27:27: d.h.,
00:27:28: das europäische Volksmärchen Form und Wesen.
00:27:33: Das ist genau das, was ich jetzt gesagt habe.
00:27:36: Was macht ein Märchen aus?
00:27:38: Oder das andere ... Es gab noch eine Vertiefung, die bei ihm kam.
00:27:45: er hat nicht nur genau beschrieben Und die Bauteile aufgezeigt und aufgedröselt.
00:27:58: Sondern hat auch geschaut, was steckt denn eigentlich für ein Menschenbild dahinter?
00:28:05: Sehr
00:28:07: schön!
00:28:08: Deshalb heißt auch eine spätere Publikation von ihm das Volksmärchen als Dichtung.
00:28:14: Haben wir wieder Dichtungen?
00:28:16: Ästhetik... und Anthropologie, also eigentlich die Lehre von der Schönheit.
00:28:24: Und die Lehren vom Wesen des Menschen.
00:28:29: Das fand ich natürlich faszinierend wie er das zusammenbrachte.
00:28:34: Ja?
00:28:34: Dann hast du gesagt es hat Form- und Stihl-Elemente.
00:28:40: Es folgt einem Regelwerk und das kennen wir alle, die erzählt haben und die Märchen hören ... Es fängt grammatisch an, entweder haben sie Hunger oder es kommt irgendein Problem in den Haushalt.
00:28:54: Oder es kommt ein Drachen, der alle auffressen will und nur die Jungfrauen.
00:28:58: Und dann am Schluss kommt das gute Ende.
00:29:00: Das ist so etwas, dass halt jedes europäische Volksmärschner, fast jedes sagen wir, neunundneunzig Prozent sicher ... Das ist jetzt eine Regel.
00:29:11: Mangelsituation und im Schluss gutes Ende!
00:29:15: Zum Beispiel, oder?
00:29:17: Und das Menschenbild.
00:29:19: Wow!
00:29:19: Das habe ich erst nach zehn Jahren erzählt und so erlebt.
00:29:24: Diese Heldinnen sind ja schon fast ... Die haben ein christliches, wie ich für mich ein christliches Menschenbild, wenn jemand sagt, ich hab Hunger dann geben sie einfach ihr Brot und wenn es das letzte Stück ist, wenn jemand Hilfe braucht, dann helfen Sie.
00:29:48: Und ich habe mal gelesen, dass von Max Lütti im Märchen wird erzählt wie wir eigentlich zu Menschen werden So dieses ideale Menschenbild, das wir nie erreichen werden.
00:30:02: Das erzählt eben das Märchen auch.
00:30:05: Zum Menschenbild gehört auch das Stolpern, das Lügen, das Betrügen, das Hintergehen, Hasswut ... Es gehört alles da rein.
00:30:16: Das habe ich jetzt so aufgenommen im Menschenbild?
00:30:21: Ich glaube auch es geht um ganz fundamentale Eigenarten des Menschen.
00:30:30: Nicht um zeitgemäße Probleme, sondern das was alle Menschen erleben.
00:30:36: Also geboren werden sterben neidisch sein, Hunger haben nicht weiter wissen.
00:30:44: Das hast du erwähnt mit deinen Worten und darauf geht das Märchen ein!
00:30:54: Und nicht um Zeitbedingte Probleme
00:30:59: Genau, und das grundlegend.
00:31:04: Und jetzt ist die Theorie von Max Lütting ... Du bist achtzig Jahre alt!
00:31:09: Du hast mir im Vorgespräch erzählt, dass du jetzt beim Erarbeiten dieses Podcastes gemerkt hast, oh, das ist ja uralt, man könnte sagen fast drei Generationen.
00:31:23: Aber wir beide, wir sind überzeugt.
00:31:26: Also ich oute mich jetzt als bekennende Max Lütti.
00:31:29: Die Max-Lütibücher von mir sind richtig zerfleddert voller Einträge weil ich finde... Ich wende Sie gerne an diese Theorie in meinen Erzählen über die Märchen.
00:31:45: ist das heute noch relevant?
00:31:48: als diese Folge.
00:31:49: Wir zwei finden ganz sicher ist das noch relevant und vielleicht können wir jemandem draußen in der Welt davon überzeugen, wenn wir jetzt mal drei Punkte aus seiner Theorie herauspicken.
00:32:05: Und zwar können wir es gelingtes uns dies auf dieses Märchen zu beziehen.
00:32:11: Was meinst du?
00:32:12: Mit welchem Punkt würdest du gerade anfangen?
00:32:17: Ich möchte noch zum Alter sagen, weil er natürlich so schlicht einfach nur beschrieben hat.
00:32:25: Was ein Märchen ist?
00:32:27: Dann altert das nicht!
00:32:29: Das heißt keine Deutung sondern eine Beschreibung, eine sehr exakte Beschreibungen und das macht sie natürlich zeitlos diese Theorie Gut, dann will ich aber auf deine eigentliche Frage kommen.
00:32:46: Vieles wird auch vielleicht simpletönen.
00:32:51: Aber es ist halt so ... Viele erleben das, was Lüte beschrieben hat selber und stellen es fest.
00:33:02: Etwas ganz Wichtiges mit dem hat Rimme begonnen.
00:33:06: Er hat die Sagenwelt und die Märchenwelt miteinander vergleichen Und in Märchen ist es ganz wichtig, dass das wunderbare Gans selbstverständlich drinsteckt.
00:33:21: Es kann auch Angst machen aber es ist eine andere Angst.
00:33:24: da sind und sagen.
00:33:25: In den Sagen erstarren die Menschen wenn sie dem unnatürlichen begegnen.
00:33:34: Und hier nicht das Mädchen begegnet dieser steinalten wunderbaren Frau sieht diesen Pudel.
00:33:42: Das ist ganz normal.
00:33:44: Und das nennt Max.
00:33:46: Lüte hat dann Begriffe, er nennt das die Eindimensionalität und da möchte ich auch sagen diese Begriffen können eine Hilfe sein aber sie sind nicht das Wichtige sondern wie ihr es beschreibt und was wir damit anfangen können.
00:34:14: Für mich jetzt schon ein wichtiger Teil, wenn ich nämlich das Märchen so erzählen, dass es einfach passiert.
00:34:26: Das ist
00:34:26: einfach geschieht und ich hinterfrage das nicht und ich überlege nicht beim Erzellen sondern einfach... Wie er gesagt hat, einfach eindimensional erzählen.
00:34:38: Du so ist es und übergebe dem Zuhörer dann die Verantwortung.
00:34:43: Jetzt kannst du damit machen was für dich heute und jetzt stimmig
00:34:49: ist.".
00:34:49: Ganz genau!
00:34:50: Es ist eine große Freiheit?
00:34:53: Ja aber zwölf muss man ja in diese Welt hineinkommen und da weiß jedes Kind das Märchen beginnt mit des Wahreinmahls.
00:35:03: Dieses Märchen ist ein bisschen speziell.
00:35:07: Es gestaltet diesen Anfang noch ein bisschen besonders aus, es betont ihn noch mehr.
00:35:13: Ich muss da wasch suchen ... Ja!
00:35:16: Das heißt sieben Meilen hinter Eulen Pfingsten und mit dieser Einführung passiert schon etwas.
00:35:28: Ich habe extra nicht sofort nachgeschaut, was das heisst... Als ich das erste Mal las, habe ich das einfach hingenommen.
00:35:38: Ach, das ist ja seltsam!
00:35:41: Und mit diesem ach, das rückte ich schon aus unserer Zeit hinaus.
00:35:47: Dann habe ich natürlich ein bisschen mehr nachgedacht, damit ich auch etwas sagen kann.
00:35:53: und lustig ist es ... Das Märchen ist schon genial... Ist das ein Ort oder eine Zeit?
00:36:02: Sieben Meilen hinterm Eulenpfingsten.
00:36:06: Für mich war es beides, als ich gehört habe ... Das ist so ein Ort, da kann nur die Eule hin.
00:36:13: Also das ist wahrscheinlich so.
00:36:16: Ja, für mich sind Eulen so magische Tiere.
00:36:19: Die führen mich schon irgendwo hin, wo die Menschen nicht hingehen können und Pfingsten ist ja eine Zeit.
00:36:26: Also das Pfingst fest oder?
00:36:28: Ich habe einfach gedacht, das ist irgendwann nachher oder vorher aber es war nichts.
00:36:33: Ich konnte mit diesem Ausdruck ... Da hättest du mir auch sieben Meilen hinter Humpa Dumba gesagt Es macht einfach irgendwo, irgendwann
00:36:44: Ganz genau Ganz genau.
00:36:46: Und da muss man gar nicht viel wissen, das kann man so
00:36:49: nehmen.".
00:36:50: Das ist ganz genau so gemeint!
00:36:53: Ich habe gehört, dass Euland-Fingsten einen Ausdruck aus dem Westfälischen sein soll und das heißt am Sankt Nimmerleinstag.
00:37:04: Siehst du?
00:37:04: Hier kommt jetzt etwas Altes rein ... was wir nicht mehr kennen, aber gefühlsmäßig sofort andocken können.
00:37:17: Und
00:37:18: das finde ich wunderschön.
00:37:21: zum Niemalans-Tag.
00:37:22: Am Niemalandstag!
00:37:24: Dann sind wir in einer ganz anderen Welt da gelten andere Gesetze und dann nehmen wir auch als Zuhörende die Wunder einfach hin.
00:37:35: Ein Wunder ist, wenn wir bei der Zeit bleiben.
00:37:38: Dieses Endlosband der armen Eltern, die im Streit gefangen bleiben ... Die rennen ja endlos durch die Welt!
00:37:49: Und dieses Bild hat mich total fasziniert.
00:37:53: Das finde ich einfach ... Das bleibt
00:37:57: mir.
00:37:58: Sie rennen bis zum Schluss und tauchen immer wieder auf?
00:38:02: Dann rennen sie weiter.
00:38:04: Ich habe es dann vergessen, dass Sie rennen und dann tauchen Sie wieder auf.
00:38:08: Die rennen ja immer noch bis zum letzten Hochzeitstag.
00:38:13: Erst da werden sie quasi erlöse.
00:38:16: Das ist doch ein starkes Bild!
00:38:18: Unbedingt so.
00:38:21: Manchmal geht's sehr lange ... bis etwas aufgelöst wird.
00:38:27: Aber du machst schon andere Schritte, also die Tochter hat ihre Schritte schon gemacht aber die Eltern brauchten jetzt noch länger und das ist ja auch etwas was wir kennen aus dem Alltag dass wir irgendetwas haben das uns beschäftigt.
00:38:43: aber nachher nehmt du es etwas anderes in Anspruch.
00:38:46: Wir vergessen das Andere und plötzlich taucht es wieder auf.
00:38:50: Da sollte ich auch mal dran denken Und dann beschäftigst du dich wieder mit etwas anderem.
00:38:56: Aber es ist immer da, gell?
00:38:58: Wenn etwas nicht aufgelöst ist, es braucht immer wieder und das ist immer noch da, bis es aufgelösst ist.
00:39:05: Ja, wenn man deuten möchte ... Am Anfang hat die Tochter wahnsinnig Mühe damit mit diesen Eltern die Streiten.
00:39:14: Der Hunger ist das kleinere Problem als die Streitenden der Eltern.
00:39:19: Dann hast die Eltern wieder ... hervorplatzen, als sie aus dem Schloss schaut.
00:39:26: Da muss sie lachen!
00:39:27: Das ist schon ein bisschen anders.
00:39:30: Und am Schluss kann sie sagen, das sind meine Eltern ... Ich finde das sehr groß.
00:39:34: Es ist eigentlich auch ein Märchen über die Scham, die Schamsolcheltern zu haben.
00:39:42: Jugendlichen kennen diese Scham sehr gut.
00:39:45: Ja, das Aushalten sind halt jetzt so und am Schluss kann sie es einfach ... Das fand ich auch sehr schön.
00:39:52: dieser Schluss.
00:39:54: Dass sie am Schluss sagt, das sind meine
00:39:56: Eltern.".
00:39:57: Und die hat gedacht, oh, die hat diesen Kessel über den Kopf!
00:40:00: Und der andere kommt zu wütend daher, der Vater.
00:40:03: Aber die Hochzeitsgesellschaft Der Breutigan und die Schwiegereltern, das war so schön, haben gesagt.
00:40:12: Das ist ja dann das gute Ende.
00:40:16: Sie nehmen sie an weil sie die Braut so gern hatten oder?
00:40:22: Die sagen okay, da sind halt ihre Eltern.
00:40:26: Aber wir haben dich so gerne, die gehören zu dir Und dann heißen sie willkommen.
00:40:31: Da haben wir dieses gute Ende, so schließt es ab.
00:40:37: Und jetzt haben wir diese Figuren richtig lebendig gemacht im Gespräch.
00:40:43: Oder bei dir entstand eine lebhafte Tochter und das Verrückte ist, dass im Märchen das alles gar nicht steht?
00:40:57: Da sprichst du über die Flächenhaftigkeit
00:41:01: oder die Abstraktion.
00:41:03: Ich finde unterdessen diesen Begriff fast noch ... Praktisch, das kommt auch bei Lütti.
00:41:09: Er hat beide Begriffe.
00:41:12: Im Grund genommen ist das ganz kurz und spröde gesagt wie dieses Mädchen ist.
00:41:22: Das ist schön, fertig!
00:41:24: Wir wissen nicht viel mehr.
00:41:26: durch die Handlung lernen wir sie
00:41:28: kennen."
00:41:29: durch die Art des Redens.
00:41:31: Das kommt schon hinein, also die Handlung zeigt die Persönlichkeit.
00:41:35: aber eigentlich ist es eine abstrakte Figur ein Märchen das sich verloren fühlt, Hunger hat, die Eltern verloren hat.
00:41:48: ja dass ist das
00:41:50: und das ist doch das Tolle am Märchen.
00:41:54: ich finde das ist der Zauber wieso es bei den Menschen so Gefühle auslösen kann, so dass die Menschen mitgehen können.
00:42:05: Weil wenn das Mädchen mir sagt eine schöne Tochter also ich bin Tochter und zeitweise finde ich mich auch schöner Und dann gehe ich einfach mit weil du vielleicht siehst genau so aus
00:42:22: wie ich.
00:42:23: Es beschreibt ja nicht, ob sie jetzt groß oder klein, dick oder dünn was für Haarfarbe.
00:42:28: Sondern einfach ein Mädchen.
00:42:29: und das finde ich bei den Kindern so schön!
00:42:32: Ich habe ja viel in Klassen erzählt.
00:42:35: und Zürich also ich meine diese Klassen da ist die ganze Welt drin Und da geht ein afrikanisches Mädchen mit Ein indisches Mädchens mit Ein Schweizer Mädchen Mit Ein Südamerikanisches mit.
00:42:46: Die kennen einfach alle.
00:42:48: Ich kriege jetzt Gänzehaut, wenn ich das erzähle.
00:42:51: Weil ich eine Klasse vor mir habe und das ist der Zauber!
00:42:55: Die gehen da einfach
00:42:57: rein
00:42:58: und rennen mit dieser Mädchen mit und verlieren ihre Schuhe mit diesen Mädchen.
00:43:03: Und das unglaubliche ... Ich hab das lange nicht kapiert, dass Märchen abstrakt sind?
00:43:11: Ich habe immer gedacht, nein sie sind doch so bunt.
00:43:15: Weil meine Fantasie sofort da war und das passiert allen.
00:43:18: deshalb haben wir nicht das Gefühl dass Märchen abstrakt sind.
00:43:23: aber eigentlich sind sie abstrakt.
00:43:26: Lüttinen die Figuren sogar Papfiguren die aber transparent sind noch auf etwas anderes hinweisen oder durchschimmen lassen.
00:43:40: Es sind Projektionsflächen und wir fühlen die Halt sofort.
00:43:46: Sofort leben diese Figuren!
00:43:49: Und das ist ein Geheimnis dieser Märchen?
00:43:53: Ja, seit ich das weiß traue ich mich hab den Mut die Figuren nicht auszuerzählen.
00:44:01: wirklich bei diesem schön bleiben Punkt aus.
00:44:05: aber die Handlung.
00:44:07: sie rennt Das ist das Wichtige.
00:44:09: Sie verliert den Schuh, und das kennen wir alle.
00:44:14: Da sind wir wieder beim Leben.
00:44:16: Ich bin schon viel gerannt, Schuhe hab ich auch verloren.
00:44:19: Dass wir die Handlungen erzählen und nicht die Adjektive so weit wie möglich einfach weglassen.
00:44:30: Wollen wir von den Schuhen reden?
00:44:33: Die sind ja so spannend in diesem Märchen!
00:44:38: Da könnte ich auch noch etwas von Max Lütti hineinbringen.
00:44:43: Wie hattest du das Mädchen gesehen?
00:44:46: Mit oder ohne Schuhe?
00:44:48: Wie hast du diese Stelle gelesen, nahm sie die Schuhen in die Hand ... Du hast gesagt, sie konnte so schnell rennen und dann hat sie einen Schuh verloren und bekommt einen neuen.
00:45:03: Das war für mich ein Moment.
00:45:08: von der Verzweiflung in eine Zukunft rein.
00:45:15: So ein Schwellenmoment war das für mich, wirklich ich verliere einen Schuh und kriege einen neuen und da kommt Was haben wir gesagt?
00:45:26: Und Röschen war es gleich.
00:45:30: Genau, das ist ein Moment von diesem ...
00:45:32: Ein Aschenputtel.
00:45:33: Entschuldigung, Aschenbuttel!
00:45:35: Ich verwechsel immer diese Hauptmärchen.
00:45:39: Dieser Moment, wo sie weint einen Schuh verloren und dann kommt jemand und gibt ihr neuen Schuhen.
00:45:47: Jetzt kann ich die anziehen und weitergehen.
00:45:51: Sonst wäre sie einfach da sitzen geblieben und konnte nicht weitergehen.
00:45:57: Und jetzt kann sie mit zwei Schuhen weit weitergehen?
00:46:02: Ich glaube, es ist ganz simpel gesagt auch ein Zeichen für größte Armut, wenn man keine Schuhe mehr hat oder nur noch einen.
00:46:10: Das ist ganz schlicht aber steckt in diesem Schuh-Symbol noch so viel!
00:46:20: Aber man muss das gar nicht kennen.
00:46:22: Man muss es nicht wissen und das ist das Raffinierte ... Lütti sagt, dass Märchen stiebitzt einfach alles was er braucht.
00:46:32: Und es greift auf alte Bräucher zurück, es greift auf Redensarten zurück aber es subrimiert diese Bilder und redensarten und macht etwas Neues daraus Bei Schuh.
00:46:53: Man weiß, dass Schuhe sehr erotisch aufgeworfen sind.
00:46:58: Das ist ja eigentlich auch beim Aschenpultl.
00:47:02: Jetzt sind wir schon bei der dritten Theorie.
00:47:04: Da hat er voll reingerutscht in dieses ... Das Märchen nimmt einfach
00:47:09: alles
00:47:09: auf, was es braucht.
00:47:11: Eine Erotisch- ... Ja das ist beim Aschendpultel schon sehr errotisch.
00:47:15: am Schluss mit diesem
00:47:16: Schuh?
00:47:17: Es gab Bräuche.
00:47:19: da mussten die Bräute einen neuen Schuh anziehen
00:47:24: Um zu heiraten?
00:47:28: Beim Fest, das war ein Ritual.
00:47:31: Ah, okay!
00:47:33: Ja... Der Schuh war immer rotisch aufgeladen.
00:47:40: Auch in Minnesang kommen häufig ... Wenn der verliebte Verlegen ist, senkt ihr den Blick auf die Füße und sieht dann die schönen Füßchen.
00:47:54: konzentriert sich die Liebe dort.
00:47:57: Und das ist eines, aber man kann nicht sagen, das ist erotisch hier.
00:48:04: Das ist völlig verfeinert, sublimiert, sagt Lütti.
00:48:10: Aber ich erlebe es auch
00:48:11: so.".
00:48:14: Das finde ich total spannend.
00:48:15: Da kommt jetzt etwas Altes rein, was wir nicht mehr wissen.
00:48:19: Wir können dem nachforschen und dann wissen wir das mit diesem Brauch von den neuen Schuhen bei der Hochzeit.
00:48:25: Aber beim Zuhören merke ich, da geschieht jetzt was Neues.
00:48:29: Jetzt kommt etwas Neues!
00:48:31: Da ist eine Schwelle... Da war das Alter mit dem neuen Schuh etwas Neues.
00:48:36: Wir spüren das, aber wir müssen es mit dem Kopf gar nicht wissen.
00:48:41: Es reicht und wir spülen es
00:48:43: einfach.
00:48:45: Es gibt ja noch Regensarten in den Kinderschuhenstecken?
00:48:49: Oh ja!
00:48:50: Und die verliert deinen Kindeschuh?
00:48:54: Ja genau.
00:48:56: Jetzt hat sie beide an.
00:48:57: Sie hat den neuen Schuhe und
00:48:59: den alten Schuhen.
00:49:00: Ich sehe's so.
00:49:03: Wie hier Fisch noch Vogel.
00:49:04: Oder wenn es dazwischen ist?
00:49:06: So toll!
00:49:08: Es gibt die Redensart, dass jemanden in die Schuhe hilft.
00:49:13: Das macht die Helferin.
00:49:16: Also sie gibt einen neuen Schuh.
00:49:18: Ja.
00:49:19: D.h.,
00:49:20: beim Fortkommen helfen.
00:49:23: Genau, weitergehen mit dem neuen Schuhen.
00:49:28: Oder am Anfang habe ich stark erlebt ... Nicht fest in den Schuhen stehen, gibt es eine Redensart.
00:49:36: Sie ist neben den Schuhen am Anfang?
00:49:39: Ja!
00:49:40: Sie ist völlig
00:49:41: verwirrt?!
00:49:42: Aber dasselbe... Das schwingt mit ganz fein sublimiert und das Märchen geht mit einer Leichtigkeit mit diesen Symbolen um.
00:49:58: Das ist schon speziell.
00:50:00: Wer will kann sie sehen Wir müssen sie nicht sehen.
00:50:03: Wir können auch einfach
00:50:05: mitschwingen.".
00:50:06: Und da sind wir eigentlich schon bei der Frage,
00:50:13: was
00:50:13: können wir Erzählerinnen von diesem alten Wissen von Max Lütti aufnehmen?
00:50:22: Oder was könnte uns davon hilfreich sein für das Erzählen?
00:50:28: Kannst du uns da etwas raten,
00:50:30: Barbara?
00:50:34: Wir dürfen aus seiner Theorie schöpfen, wir müssen nicht.
00:50:38: Aber ich finde es hilfreich!
00:50:41: Ich weiß dass viele Mühe haben mit Wissenschaft und vor allem mit der Kombination Wissenschaft und Märchen.
00:50:49: das ist ja wie Eulen Pfingsten christliches und heidnisches Wissen rationalen und Märchens gefühlsmäßig.
00:51:01: ich erlebe es nicht so.
00:51:04: Ich persönlich kann jetzt nur von mir sprechen.
00:51:09: Mir hat seine Theorie geholfen, sensibler zu werden für die Feinheiten und für die Eigenarten.
00:51:18: Und je mehr man weiß, desto mehr sieht man?
00:51:24: So erlebe ich es!
00:51:27: Er hat mir die Augen geöffnet für die Eigenheiten.
00:51:30: Und gerade was diese Projektionsfläche, die das Abstrakte betrifft, das habe ich lange nicht begriffen und muss jetzt sagen da hab' ich mich getäuscht.
00:51:43: er hat mir geholfen das abstrakte zu sehen und auch das hilft beim erzählen dass wir das Märchen nicht überladen mit eigener Interpretation sondern den Menschen offen lassen, die Freiheit lassen wie sie jetzt diese Bilder und Handlungen führen wollen.
00:52:06: Ja ich erlebe das auch so.
00:52:09: ganz am Anfang habe ich einfach erzählt Und ich hab gedacht Ich muss den Zuhörenden erklären Wieso und warum?
00:52:23: Als ich dann die Theorie von Max Lütti gelesen habe hab ich gedacht, okay.
00:52:31: Ich versuch's halt
00:52:32: mal.".
00:52:34: Und ich habe da am Anfang zehn Jahre nur für Kinder erzählt und hab wirklich diesen Wandel erlebt, dass sie einfach viel mehr
00:52:45: rein
00:52:46: gehen ins Märchen, wenn ich es nicht erkläre.
00:52:51: Sehr schön!
00:52:52: Du hast seine Tourie jetzt integriert?
00:52:57: Das ist natürlich für Max Lütti der schönste Fall.
00:53:02: Wenn das verwirklicht wird, wenn das geholfen hat auch eine Haltung zu finden den Märchen gegenüber?
00:53:11: Und Geld, das ist einfach die Theorie, die wir heute vorstellen.
00:53:14: Es gibt ganz viele andere Theorien und ich finde als Erzählerin, wenn es stimmt dann nimmt
00:53:20: man sie ...
00:53:22: Nicht alles von Max Lütti habe ich übernommen, sondern den Teil, den ich sage.
00:53:27: Das passt jetzt zu meinem Erzählen und dann hab' ich noch andere Theorien, die ich einfließen
00:53:32: lasse.".
00:53:32: Und das ist ja das Schöne!
00:53:34: Das ist ja der lebendige.
00:53:36: und am Schluss ist es dann einfach Conchivega, die erzählt.
00:53:40: Die hat sich einfach das genommen was ihr passt oder?
00:53:43: Die hat die Schuhe genommen, die ihr passen.
00:53:47: Schön.
00:53:49: Darf ich noch etwas anderes bemerken?
00:53:51: Ja wunderbar Mich hat in diesem Märchen die Lüge oder das Hochstapeln fasziniert.
00:54:01: Und da hat Leute oft darüber gesprochen, er hatte auch ein paar Abschnitte darüber geschrieben ... Ja, dass die Heldin lügt
00:54:15: ja!
00:54:16: Weißt du?
00:54:16: Das ist so lustig.
00:54:17: Ich habe es beim Zuhören nicht so empfunden.
00:54:20: Das ist wirklich wieder sowas zwiespältiges.
00:54:24: Beim Zuhören Hab ich nie gedacht, die lügt.
00:54:27: Aber nachher beim Nachdenken hab' ich gedacht... Oh!
00:54:30: Die hat ja gelogen aber nicht beim Zuhören.
00:54:35: Spannend.
00:54:37: Max Lütte hat betont dass das Märchen nicht moralin enthält sondern wieder diese Freiheit gibt.
00:54:50: Wir sind wir Menschen müssen selber entscheiden.
00:54:56: Es kann Hilfe bringen, Richtschnur, Hilfsbereitschaft kommt in den Märchen oft.
00:55:03: Das ist sicher drin.
00:55:05: Aber List und Lüge kann gut sein.
00:55:12: Kann aber auch schlecht sein!
00:55:14: Es gibt Märchen, dass das Lügen- und Hochstabeln nicht gut zerstörerisch sind.
00:55:22: Und es gibt Märchens.
00:55:24: Da kommt man nur mit List weiter.
00:55:27: Liebe Barbara, ich glaube schon wir konnten heute Max Lütti den zuhörenden Nänger bringen und vielleicht sogar schmackhaft machen.
00:55:38: Das überlassen wir den Zuhörenden.
00:55:41: Vielleicht möchten Sie mal in den Büchern plättern wie er stellen die alle in den Show Notes vor?
00:55:49: Und vielleicht sogar ... beim Erzählen mal etwas Neues auszuprobieren.
00:55:55: Es ist heute eine ein bisschen längere Podcastvolle, kann geschehen.
00:56:01: Danke vielmals, dass ich hier sein durfte in diesem wunderschönen Haus.
00:56:07: Wenn ihr hier ... Ich hätte einen Bild machen sollen.
00:56:10: der Garten von Barbara da blüht es!
00:56:13: Der Frühling ist ihr eingezogen und ihr glaubt es nicht, Barbara hat einen Mandelnbaum mit wunderschönen rosa Blüten.
00:56:21: Ich musste immer wieder ein bisschen rausschauen und dann wieder zurück zum Interview
00:56:26: gehen.".
00:56:27: Es hat mir großen Spaß gemacht über Max Lütte etwas zu erfahren.
00:56:33: Dafür danke ich dir sehr, Barbara!
00:56:36: Dankeschön.
00:56:38: Ja ... Das war schön, mit einer Erzählerin zu reden wie Sie Die Theorie erlebt, du hast sie ja auch gelesen.
00:56:49: Diese Folge ist nun zu Ende doch die nächste, die kommt schon nächsten Monat und zwar im September mit einem Märchen aus Afrika und dem Thema wie können wir uns ein Märchen von einer fremden Kultur aneignen?
00:57:06: Und nächstes Mal wieder mit Ben und mir!
00:57:10: Und ich würde mich freuen, wenn ihr alle wieder mit dabei seid.
00:57:14: Wie immer beenden wir mit einem Märchenschluss!
00:57:18: Den hast du mitgebracht, liebe Barbara?
00:57:20: Ein Schluss muss sein... Und hier die Prosage-Übersetzung.
00:57:53: Wir bitten um Spenden für unseren Märchenpodcast auf das Konto der EMG oder der SMG, unter dem Betreff Märchen Podcast.
00:58:04: In den Schonurts sind die Kontodaten aufgeführt.
00:58:08: Über Zuschriften mit Kritik-, Anregungen und überhaupt jeder Art von Feedback würden wir uns sehr freuen!
00:58:16: Unsere Kontaktdaten sind ebenfalls in den Show-Notes aufgeführt.
00:58:23: Was?
00:58:23: Ist das so schön gewesen?
00:58:25: War es der Wohl?
00:58:26: Ja, super!
00:58:27: Ich habe es völlig vergessen.
00:58:30: Ein Moment lang habe ich es auch vergessen und dachte ... Oh, wir sind ja
00:58:34: oben nicht.
00:58:35: Und dort, wo ich eine Schusserkeit bin, weil ich noch Gedanken hatte ... Ah, ich habe mich so umgedankt.
00:58:41: Einfach weiterschwetzen.
00:58:42: Das kommt gut.
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